Einen Monat lang hat Horst Seehofer dem dialektischen Angriff, der eigentlich eine Verteidigung der abendländischen Werte sei (so sagt Bild), von Bild unbeschadet überstanden. Doch selbst eine so hohe moralische Instanz wie die Bildzeitung, eine Zeitung mit solch einem unvergleichlich hohen journalistischen Anspruch, schafft es hin und wieder nicht, trotz aller Transformation (Vorenthaltung) der Information auf die niedersten Instinkte, das geistige Prekariat zu erreichen. Es war ihnen wurscht. Kurz und sehr gut, Bild kämpfte für die Erhaltung der abendländischen, christlichen Werte völlig vergeblich. Bis jetzt konnten sie die Stoiber-CSU nicht vor Seehofer retten und weitere Rettungsversuche werden an den systemimmanenten Widersprüchen dieses Spitzenblattes für die bildungsfernen Schichten ebenfalls scheitern. Auch der Dümmste versteht, dass etwas nicht stimmen kann, wenn man Sex seit Anbeginn als wundervoll, wertevoll, wichtig und auflagesteigernd verkauft, und plötzlich dieses als verwerflich darstellt, wenn es ein Politiker treibt.
Einwurf, damit kein Missverständis aufkommt. Ich halte Sex ebenfalls für sehr wichtig für ein erfülltes Leben, doch es ist eine ganz private Sache. Mit wem und warum Horst Seehofer eine Beziehung eingegangen ist, geht wirklich niemanden etwas an, keiner Sau! Auch nicht der Bildzeitung! Kennen Sie die Situation in seiner Ehe? Kennen Sie den Arbeitsstress eines Abgeordneten, eines Ministers in Berlin? Kennen Sie die sich einstellende Familienferne in solchen Ämtern? Ist es Ihnen noch nie passiert, dass Sie jemanden begegnet sind, den Sie unheimlich sympathisch, liebenswert fanden? Haben Sie sich noch nie erlaubt, der Liebe zu zwei Frauen/Männern gleichzeitig nachzugeben?
Lassen wir das. Kommen wir zu Huber's Spindoktoren. Huber, der Weltpolitiker aus der niederbayerischen Provinz, der bayerische Seilschaftsspezialist, der (platt)Macher der bayerischen Verwaltungen, hat natürlich mit seinen Spindoktoren über die Erfolglosigkeit der Bildkampagne nachgedacht. Die Auseinandersetzung mit Seehofer soll ja fair verlaufen (nach außen), aber gewinnen will man sie doch. Was ist zu tun?
Obwohl zwei Nummern zu groß, entschied sich Huber dem Beispiel des Dr. Faustus zu folgen. Er verbündete sich mit dem Leibhaftigen, mit einem leibhaftigen Kardinal, dem Herrn Meisner, einem leibfeindlichen, konservativen Erzschlingel aus Köln.
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Bisher habe ich geglaubt, Evangelikale gibt es nur bei meinen Lutheranern. Kardinal Meisner belehrt mich eines Besseren. Was ich damit meine? Evangelikale sind die Taliban, die Fundamentalisten der Lutheraner, bisher. Nach dem Patriarchen von Moskau, dem Papst der Ostkirche, hat es jetzt anscheinend auch den Kardinal Meisner erwischt. Er versucht eine Revision der französischen Revolution. Dieser erzkonservative Schlingel untergräbt die strikte Trennung von Staat und Kirche.
Was sagen Sie? Ich sei respekt- und gottlos? Stimmt nicht! Doch die strikte Trennung von Staat und Kirche, Staat und Religion verteidige ich auch gegen einen leibhaftigen Kardinal. Was weiß ein katholischer Priester von Ehe und Liebe? Entweder weiß er gar nichts, dann ist er ehrlich, oder er weiß etwas, dann ist er ein Heuchler, oder er glaubt etwas zu wissen, dann ist er ein Kinderschänder. 'tschuldigung, manchmal geht mir der Gaul durch.
Weder Meisner noch Bildzeitung werden verhindern, dass die CSU-Basis sich Seehofer weiter als Parteivorsitzenden wünscht. Aus diesem Grund hat Huber seine Heckenschützen in Stellung gebracht. Ein letzter Versuch das Blatt zu wenden. Nein, nicht die Bildzeitung, hier ist vorne wie hinten dieselbe Scheiße. Man schickt Öko-Söder (Öko-Pöder?), nach seiner damastizierenden, verwundervollen Wandlung, und den großen stellvertretenden Vorsitzenden der unterfränkischen CSU als Weis-/Weißsager in die verlorene Schlacht.
Söder und Weiß orakeln, sie spürten, dass Seehofer an der Basis an Zustimmung verlieren würde. Womit spüren sie das? Anscheinend mit ihrer Wünschelrute. Ein Bayreuther Oberbürgermeister ist auch zur Huberbande zu zählen, 'tschuldigung Huber-Entourage.
Unverzeihlich finde ich es , dass so angesehene Blätter wie die Zeit bzw. die Süddeutsche sich an diesem intrigantem, widerlichen Kampf gegen Horst Seehofer durch Tendenz-Titel beteiligen.
Huber wird keinen Erfolg haben, er darf keinen Erfolg haben. Fragen Sie z.B. einmal die Amtsanwaltschaften über seine Verwaltungsreformen aus.
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