Als Frau Merkel wider alle Vernunft und Sachverstand dem Drängen der Atomlobby nachgab und ankündigte die Laufzeiten der deutschen AKWs zu verlängern, war man in Österreich sehr beunruhigt. Österreich hat in einer Volksabstimmung Atomkraftwerke abgelehnt. Zwar haben sie eines gebaut, es ging aber nie ans Netz. Heute ist es ein Museum. Oh, tu felix Austria AKW non habet!
In Österreich war man sehr besorgt über das Mantra von Frau Merkel: "Die deutschen Atomkraftwerke sind sicher. Sie sind die sichersten AKWs der Welt." Wussten doch die Ösis (respektvoll ausgesprochen), dass diese Rezitation überall auf der Welt dazu dient, die Menschen einzulullen und abzulenken. Denn um Energie geht es hier nur zweitrangig. An erster Stelle steht das Thema: Geld, Macht und Einfluss. Aber für wen?
Österreich versammelte seinen besten Sachverstand in einer Kommission um Merkels Mantra zu überprüfen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen legte diese österreichische Kommission noch rechtzeitig genug vor den Abstimmungen im Bundestag über die Laufzeitverlängerungen der Bundeskanzlerin vor. Die Sicherheitsüberprüfung, die Frau Merkel jetzt verlangt, die gibt es schon. Sie ist ihr mit ihrer ernüchternden Bestätigung der Unsicherheit deutscher AKWs sehr wohl bekannt. Nach dem Vortrag der österreichischen Kommission verschwand der Bericht in der Schreibtischschublade von Frau Merkel und die Laufzeitverlängerung wurde durch ihre Lemminge beschlossen.
Was steht nun da drin? Tja, da steht drin, in Deutschland bedarf es für einen Gau oder Supergau weder eines Erdbebens, noch eines Flugzeugabsturzes, noch eines Terrorangriffes. Bei einigen sehr alten AKWs z.B. Neckarwestheim reicht die schlichte Materialermüdung einer Schweißnaht des inneren Reaktorbehälters aus Stahl, von dem wir zur Zeit aus Fukushima immer hören und um den wir bangen.
Solche Schweißnähte werden durch die radioaktive Strahlung im Inneren des Behälters viel schneller mürbe als normal. Es bilden sich feinste Haarrisse durch die das Kühlwasser und damit Strahlung entweichen kann. Dieser Prozess kann sich bis zu einem schwerwiegendem Leck erweitern. Ob solche Haarrisse schon bestehen, lässt sich von außen nicht feststellen. So sagen es die österreichischen Materialwissenschaftler. Man müsste die Schweißnaht also von innen untersuchen. Und dies ist prinzipiell unmöglich.
Selbst wenn alle Brennstäbe entfernt würden und sich jemand bereit fände im schwersten Bleischutzanzug zu versuchen zwischen der Rohrleitungsinfrastruktur im Inneren des Behälters die Schweißnaht zu röntgen, wird es viele Stellen geben die unzugänglich sind. Die Rohrleitungen zu entfernen und wieder zu installieren, wäre noch ein größeres Risiko. Und selbst, wenn dies alles möglich wäre und man nichts entdeckte, dann, so sagen die österreichischen Materialspezialisten, kann man nicht sicher sein, dass nicht doch bereits feinste Haarrisse vorhanden sind. Neckarwestheim ist nicht der einzige Meiler mit einem Schweißnahtproblem.
Kurz und gut die Sicherheitsstudie, die sie jetzt einfordert, hat ihr vor der Entscheidung im Bundestag schon vorgelegen. Auch ohne Fukushima hätte es keine Laufzeitverlängerung geben dürfen. |
|
In Schweden war es ein simpler Kurzschluss gepaart mit einem versteckten Konstruktionsfehler, wie Neckarwestheim, der fast zur Kernschmelze geführt hätte. Weder Harrisburg, noch Tschernobyl, noch die schwerwiegenden Betriebsstörungen in deutschen AKWs - u.a. auch eine Wasserstoffexplosion (mit Vertuschungsversuch) - haben sie bei der Laufzeitverlängerung zögern lassen.
Warum hat sie die Laufzeiten der deutschen AKW verlängert?
Sie und ihre schwarz-gelbe Koalition haben sich prostituiert. Doch der Liebeslohn ist ein Fake, eine Fata Morgana, eine finstre Lüge.
Warum folgen ihr die Lemminge in alle Richtungen, die sie einschlägt? Kann den außer dem Bundestagspräsidenten Lammert, keiner mehr in der CDU/CSU selbstständig denken? Doch da gibt es einen, der hat schon einmal aufgemuckt. Es war unser Bundesumweltminister Röttgen. Aber der Mut hat ihn verlassen, als der Oberlemming Mappus ihm den Rücktritt nahe legte, weil er die vom Oberlemming geforderten Laufzeitverlängerungen 15 Jahre + X nicht mitmachen wollte. 15 Jahre + X, also so etwas wie die unendliche Geschichte für Altschrott-Meiler in Baden-Württemberg.
Mappus, ich verweigere ihm das Herr, ist ein gewaltiges Sicherheitsrisiko. Glauben Sie ihm seine Wandlung vom Saulus zum Paulus? Selbst wenn ich glauben möchte, dass Frau Merkel darüber nachdenkt umzukehren, werden die Atomlobby und die Geldlobby mittels ihrer Agenten in CDU/CSU und Bildzeitung dies dulden?
Ich bitte Sie und fordere Sie auf, gehen Sie in diesem Jahr zu Ihrer Landtagswahl, doch verzichten Sie einmal auf die Wahl von Ihrer CDU. Machen Sie eine Güterabwägung zwischem Ihrem politischem Herzen und dem denkbaren und möglichen unumkehrbaren Exodus aus Ihrer Heimat. Alle Versicherungen der Sicherheit sind nichts wert. Zwingen Sie Ihre Partei CDU zur Umkehr. Unterstützen Sie Herrn Röttgen. Als nicht CDU-Wähler möchte ich ihn nicht diskreditieren. Ihm nehme ich ab, dass er verstanden hat, dass seine Umkehr, oder besser Rückkehr, echt ist.
p.s. Wissen Sie, dass die Konzerne im Störfall, was für ein Euphemismus (googeln Sie nach dem Begriff), mit ihrem ganzen Vermögen zwischen 5 und 40 Milliarden Euro haften? Wissen Sie, dass keine Versicherung das Risiko eines AKW versichert? Nach einer Studie des Prognos-Instituts von 1992 im Auftrag für das damals von der FDP geführte Bundeswirtschaftsministerium beträgt eine mögliche Schadenssumme bei einem Supergau 2500 bis 5500 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt würde der Wert heute noch ein Viertel darüber liegen. Die Differenz zwischen der Summe, die bei dem betroffenen Unternehmen zu holen ist, und den tatsächlichen Schäden, muss der Steuerzahler tragen. Der Haushaltsentwurf von Herrn Schäuble für den Bundeshaushalt 2012 beträgt 305 Milliarden Euro (nur zum Vergleich).
Wissen Sie, dass das Bundesumweltamt den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie für 2017 für möglich hält ohne das bei uns die Lichter ausgehen?
Sie wissen sicher, einem positivem Beispiel kann man sich schwer entziehen.
|