am 03. April 2009

Die "Basi" des Herrn Mehdorn
Ein Exempel/Menetekel für die Rückkehr unserer Wirtschaftsführer zum Feudalismus

 
 

Alleweil werden nach dem Rücktritt des Verfassungsbrechers Mehdorn seine Verdienste um die Bahn gelobt. "Eigentlich war er ja nicht schlecht, hätte er bloß nicht...".

Was für ein Unsinn! Hier hat ein Ministerialer (Dienstknecht, heute Beamter) versucht sich als Fürst zu etablieren, sich von der Zentralgewalt (Bund) zu lösen (früher Kaiser). Im Mittelalter war es der Papst oder es war der Islam, der die Lehensträger des Kaisers ermunterten auf ihren Lehensherrn zu scheißen und sich souverän zu machen.

Auch Mehdorn glaubte zwei Mächte gegeneinander ausspielen zu können, die Schwarzen und die Roten. Unser Grundgesetz hat ihn nicht gekümmert.

Seine Basi steht der Stasi in der Sammelwut von Informationen über vermeintliche Feinde kaum nach.

Geheimdienste verwenden bei der Suche nach verdächtigen Vorgängen Wortbanken, die mit bestimmten Begriffen ("Hit-Words") gespeist sind. Wenn etwa in E-Mails von "Rakete" die Rede ist, wird die Nachricht von Spezialisten der elektronischen Aufklärung gesichert und von deren Kollegen ausgewertet.

Die Deutsche Bahn (DB) benutzte von Februar 2005 bis Mitte Dezember 2008 eine Liste mit solchen Hit-Words, um die elektronische Post von Bahn-Mitarbeitern zu filtern. Die Aktion hieß Leakage (Leck). In knapp vier Jahren wurde die Liste insgesamt 45mal geändert, aktualisiert, erweitert - wie es eben die Geheimen auch machen.

Der "Bahnsicherheitsdienst Basi" wollte Lecks entdecken und z.B. feststellen welche Bahnmitarbeiter mit mutmaßlichen Gegnern des Herrn Mehdorn in Kontakt traten. Raten Sie einmal, wer in das Netz dieses "Bahnsicherheitsdienstes" geriet.

Da war der Verkehrsreferent der FDP-Bundestagsfraktion Lothar Neuhoff, oder der frühere Bahnexperte des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Kay Lindemann. Ins Visier geriet aber auch, wer mit Beratern von der Firma Uniconsult, dem Geschäftsführer der Connex-Regionalbahnen, Hans Leister, namentlich aufgeführten Journalisten oder Redaktionen von Tageszeitungen, Magazinen und Nachrichtenagenturen kommunizierte. Selbst die Korrespondenz mit Fachblättern wie dem bahn report wurde beäugt.

 

 

 

"Verrat", d.h. was Mehdorn für Verrat hielt, wurde mit Entlassung bestraft.

Die Republik hat viele unappetitliche Datenskandale erlebt. Telekom, Lidl sind nur einige Namen - die Reihe ließe sich fast beliebig fortsetzen. Die Affäre bei der Bahn entpuppt sich als eine absurde Melange aus Verfolgungswut, Größenwahn und Paranoia. Verrat und Ketzerei fielen offenkundig bei dem Staatsbetrieb zusammen. Welches Gewicht jedes dieser Elemente hatte, lässt sich noch nicht absehen: Möglicherweise handelt es sich um einen Abgrund von Beschnüffelung.

Welche Rolle spielte Mehdorn?

Eine Böse!!!!

 


   
 
 
 
 
© Wolfgang Appell 2008