am 23. Dezember 2006
CSU-Söder diffamiert
die Landrätin Pauli!
 
 

CSU-Generalsekretär Markus Söder diffamiert die Landrätin Pauli, sie sei auf einem Ego-Trip, "sie soll endlich von ihrem Ego-Trip runterkommen", sie dürfe sich "nicht länger auf Kosten der CSU profilieren". Vorsicht Herr Söder, es hat schon einem Stoiber-Vertrauten den politischen Kopf gekostet zu versuchen die Stoiber-Kritikerin Frau Pauli durch Diffamierung mundtot zu machen. Herr Höhenberger (Bürochef von Stoiber) ist aber dank der menschlichen Anständigkeit des Fürther Wirtschafts-Referenten Horst Müller schon beim Versuch, Material für eine Diffamierungs-kampagne zu sammeln, erwischt worden und wurde von Herrn Stoiber "zurückgetreten", ein Bauern-Opfer für eine grobe politische Fehleinschätzung von Herrn Stoiber und wieder ein sichtbarer Beweis für penetrante Intriganz und Arroganz in der bayerischen Staatskanzlei.

Die Bespitzelung von Frau Pauli war erfolglos, wie es scheint, wird jetzt das Kampfhündchen von Herrn Stoiber auf Frau Pauli losgelassen, damit er sie zum Nutzen von Herrn Stoiber ordentlich beiße. Ein Ego-Trip um der CSU zu schaden? Was für ein Schwachsinn! Aber Söder kann halt nur södern. Betrachten wir doch einmal die Fakten.

Frau Pauli, seit Jahrzehnten CSU-Mitglied, stand bei der Wahl zwischen Stoiber und Waigel zum Parteivorsitz auf Seiten Waigels und hat auch nie einen Hehl daraus gemacht. Die Jahre danach stand Frau Pauli loyal zu einer Wahlentscheidung, die ebenfalls mittels des Kampfsystems Strauß/Stoiber massiv durch Intrigen beeinflusst wurde. Vor einem Jahr aber, nach der großen Offenbarung über den "Zauderer" Stoiber, nach dem feigen und mutlosen Rückzug in seine Burg "Staatskanzlei München", von wo aus er seitdem über die Zinnen giftet, äußert Frau Pauli in einer demokratisch anständigen Weise ihre Meinung, mit offenem Visier, dass Herr Stoiber nicht erneut für das Amt des Ministerpräsidenten antreten sollte.

Majestätsbeleidung! Furchtlosigkeit und damit Gefahr für den Großen Vorsitzenden! Letztendlich Landesverrat! Ist doch Stoiber die CSU und die CSU ist Bayern, jedenfalls hält sich die bayerische Staats- und Einheitspartei dafür! Oderrrr, sollte ich mich täuschen? Ich wünsche mir, dass ich mich täuschen möge.

Ironie beiseite, was ist das für ein Demokratieverständnis, was sind das für moralisch verkommene Politiker, die in der politischen Auseinandersetzung den Gegner in der eigenen Partei durch üble Nachrede erledigen wollen? Frau Pauli gehört nicht dazu, wohl aber Herr Stoiber. Nein, Nein, er macht dies nicht selber, dafür hat er einen Herrn Höhenberger ('tschuldigung hatte oder wird der Höhenberger jetzt vielleicht Geheimer Rat in der Staatskanzlei?) und z.B. sein Kampfhündchen Herrn Söder.

Wo sind die mannhaften Männer in der CSU, die ihre christlichen Werte nicht unter den Scheffel ihres Mandats stellen? Ich vermute mal, ohne Stoiber wird der Blumentopf, den sie bei der nächsten Wahl gewinnen können, größer sein als mit ihm. Die Basis nimmt diese Werte nämlich noch ernst und stellt sie nicht zur Disposition, weil das Eintreten für diese Werte angeblich der CSU schadet. Oder ist es erlaubt zum Nutzen der CSU, nein stimmt nicht, zum Nutzen von Herrn Stoiber das 8. Gebot zu streichen

 

 

Was Herr Söder mit seiner "Ego-Trip"-Verleumdung beabsichtigt, nennt man Mobbing! Und wie ich gerade in den Nachrichten vernehme, gehört Herr Beckstein auch zur Stoiber-Entourage (= Stoiber-Gefolgschaft, man könnte es auch als Bande übersetzen). Er versucht Frau Pauli mit dem Vorwurf "sie führe eine Kampagne gegen Herrn Stoiber" zu mobben. Es sollte eigentlich negativ klingen. Aber war die CSU nicht immer stolz darauf, dass sie kampagnenfähig ist?

Frau Pauli ist der Meinung (und dieser Meinung schließe ich mich an), dass zumindest nicht mehr Herr Stoiber Ministerpräsident sein sollte. Auch seine Gefolgschaft /Seilschaft muss dringend wegen der notwendigen politischen Hygiene entfernt werden. Zu dieser Gefolgschaft muss ich leider seit heute Abend auch Herrn Beckstein zählen. Die CSU sollte zu den vollständigen 10 Geboten zurückkehren.

Ich darf meinen Vorschlag wiederum vortragen, dass ich Herrn Joachim Herrmann durchaus für einen sehr guten Ministerpräsidenten halten würde. Nicht, dass SPD und Grüne auch sehr gute Kandidaten präsentieren könnten, aber ich bin Realist.

Ap

p.s. Inzwischen sind einige Stunden vergangen und ich habe mich durch den deutschen Blätterwald gesurft. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass Frau Pauli an der Basis für ihren Vorschlag der Urwahl des zukünftigen Ministerpräsidenten zunehmend Zustimmung findet. Die schlechte Nachricht ist, dass viele große und kleine Granden der CSU, also derjenigen, die sich schon für wichtig halten z.B. Herr Faltlhauser, überhaupt das moralische Dilemma nicht sehen. Einerseits eine Partei, die sich auf das Christentum beruft und konservative Werte hoch hält, andererseits fordern, über diese ganz üblen Praktiken zu schweigen, weil sie angeblich der CSU schaden. Die spinnen, die Granden. Ohne Scherz, mir wird schlecht, wenn selbst die Bildzeitung heute ein Präsidiumsmitglied der CSU zitiert:

„Die Pauli muss aufpassen, dass sie nicht zur Tatjana Gsell der CSU wird!“.

So wie es aussieht, haben sich in der CSU viele Karrierejäger ohne moralische Maßstäbe breitgemacht. Die Äußerung oben ist einerseits wegen des Unverständnisses über die Kritik von Frau Pauli an den Staatskanzleipraktiken und andererseits wegen der Frauenfeindlichkeit völlig obsolet. Ich fordere Herrn Herrmann auf sich eindeutig von diesen Praktiken der Staatskanzlei zu distanzieren. Wachsweiche Erklärungen helfen nicht weiter. Alles Epigonen der Feigheit, oder wie? Ich fordere den Frauenmut von Frau Pauli!

   
 
 
 
 
© Wolfgang Appell 2007