Stoiber der Kanzlerkandidat, Stoiber der Superminister, Stoiber der Zögerer, Stoiber der Verweigerer, und heute sind wir bei Stoiber dem Querulanten. Warum Querulant? Wie soll man jemand nennen, der in Koalitionsver-handlungen den Eckpunkten der Gesund-heitsreform zugestimmt hat und jetzt so tut, als wäre er jungfräulich. Wie soll man jemand nennen, der über seinen Abgesandten, den Herrn Ramsauer CSU (den ich durchaus schätze, nein, das ist nicht ironisch) ein Limit für den Lastenausgleich (Ausgleichszahlungen) zwi- schen den Krankenkassen der Bundesländer ausgehandelt hat, und dies auf einmal plötzlich wider besseres Wissen leugnet. Glauben sie Stoiber nicht! Er hat dem Limit 100 Millionen zugestimmt und dann populistisch eine Null angefügt und da war es ca. 1 Milliarde. Im Gesetzesentwurf steht aber eine Deckelung von 100 Millionen.
Was Bayern heute ist, verdankt Bayern dem Finanztransfer früherer Jahrzehnte. Dank Stoiber stellt es sich heute wegen 100 Millionen Euro quer. Nein, nicht Bayern stellt sich quer, nur ein unbedeutender Gaufürst namens Stoiber. Wann schickt die CSU Stoiber nach Wolfratshausen, und zwar ohne Möglichkeit einer 100-Tage-Rückkehr? Die Stoiber-Nomenklatura sollte gleich mit in die Verbannung geschickt werden. Die CSU braucht eine Runderneuerung.
Als Erlanger verfolge ich mit Spannung die Auseinandersetzung zwischen Frau Pauli, CSU-Landrätin in Fürth, und Stoiber und seiner Claqueure. Ich bin der festen Überzeugung Frau Pauli hat recht mit ihren Bespitzelungs-vorwürfen.
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Nein, nein, nicht weil ich bisher noch nie CSU gewählt habe und der CSU etwas ans Zeug flicken will. Ich habe einige Freunde, die CSU wählen, oder die sogar in der Partei CSU sind, das lässt sich in Bayern gar nicht vermeiden. Bis vor Kurzem habe ich auch bildungspoltisch auf die CSU gesetzt. Ich bewundere den Mut von Frau Pauli. Alle die, die von der Stoiber-Kamarilla abgebürstet worden sind, sollten jetzt der Aufforderung von Frau Pauli folgen und sich zu Wort melden. Ansonsten wird die Lüge die CSU zerfressen. Ruhe geben, Schweigen darüber wird das Problem nicht lösen, weil alle diejenigen, welche die propagierten Wertvorstellungen ernst nehmen, mit Schweigen wegen der Parteidisziplin nicht zurecht kommen werden. Der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird die CSU atomisieren.
Frau Pauli hat den Finger auf ein Krebsgeschwür in der CSU gelegt. Aber Stoiber und seine Camarilla sind nicht die CSU. Wie wäre es mit einem neuen Vorsitzenden z.B. Joachim Herrmann? Das könnte sogar mich verleiten zum ersten Mal CSU zu wählen.
Wolfgang Appell
p.s. Ach ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich Herrn Söder für nicht erwähnenswert halte. Dagegen habe ich die Mautpläne des gegenwärtigen CSU-Kabinetts mit Absicht vergessen. Wozu sich solchen Quatsch merken?
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