Roland Koch, der Noch-Ministerpräsident in Hessen, versucht seine Wiederwahl am 27. Januar zu retten, indem er den Überfall auf einen Rentner in München durch zwei Jugendliche türkischer bzw. griechischer Nationalität zu einem Instrument für seine Wiederwahl macht. Wie das möglich ist?
Er äußert im bundesdeutschen Pöbel- und Populistenblatt, der Bildzeitung, "Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer“.
Nein, er sagt nicht, wie viele junge Ausländer bzw. EU-Mitbürger in Deutschland leben.
Nein, er sagt nicht, wie viel Prozent davon durch Gewaltkriminalität auffallen und vor allem, wie viele Prozent nicht.
Nein, er sagt nicht, wie viele Jugendliche mit Migrationshintergrund durch das hessische Bildungssystem fallen, weil Herrn Koch die Bildung nichts wert ist. Er hat ja auch keine, jedenfalls keine des Anstands und der Wahrhaftigkeit.
Nein, er sagt nicht, dass jedes Schuljahr 120000 Jugendliche in Deutschland unsere Schulen ohne Schulabschluss verlassen.
Nein, er sagt nicht, dass diese Jugendlichen kaum eine Chance haben am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Nein, er sagt nicht, wie viele von diesen 120000 chancenlosen Jugendlichen keinen Migrationshintergrund haben.
Nein, er sagt nicht, dass es seinen und den anderen deutschen Bildungspolitikern nicht gelingt, jedem Jugendlichen eine Ausbildung gemäß seiner individuellen Begabung zu verschaffen.
Nein, er sagt nicht, dass es in Hessen an seiner Ignoranz und Pfennigfuchserei liegt, dass es nicht genügend Lehrer gibt und die Klassen viel zu stark sind.
Nein, er verschwendet keinen Gedanken daran unser duales Bildungssystem zu überdenken. Er hetzt lieber gegen Ausländer.
Sind sie sich klar darüber, er würde auch gegen Bayern oder Württemberger hetzen, wenn er sich davon einen Nutzen versprechen würde.
Sind sie sich klar darüber, dass wir in Europa seit 62 Jahren ein friedliches Zeitalter genießen, wie es seit der Pax Romana, dem weströmischen Reich, in Europa nicht mehr vorkam.
Sind sie sich klar darüber, dass sie durchaus stolz sein dürfen ein Deutscher zu sein, aber genauso stolz sein dürfen ein EU-Bürger zu sein.
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Sind sie sich klar darüber, dass dieser Stolz auf der 2000 Jahre alten gemeinsamen europäischen Geschichte beruht, und, dass jeder andere Europäer denselben Stolz haben darf.
Sind sie sich klar darüber, dass Europa, dass die EU, zwar noch keine militärische Macht ist, vielleicht auch zum Glück, aber sie ist das zivilisatorische Modell des 21. Jahrhunderts für die Welt. Und das sie es bleibt, dafür will ich ich mich auf jeden Fall einsetzen.
Sind sie sich klar darüber, dass die römisch / christliche Zivilisation der Urgrund unseres gemeinsamen Europa ist. Damit kein Zweifel herrscht, seit dem Frühmittelalter gehört auch die islamische Kultur zu Europa. Ohne das islamische Spanien wäre Europa nicht, was es heute ist. Wenn sie das nicht verstehen, beschäftigen sie sich, verdammt noch einmal, mit Geschichte. Das überlieferte Wissen bezüglich der antiken Schriftsteller, besonders der Mathematik und der Medizin, wäre ohne die islamische Kultur in Spanien rudimentär. Kulturell und wissenschaftlich gesehen, war die Rückeroberung durch die Spanier ein Rückschritt.
Sind sie sich klar darüber, dass die dummdreiste Ausländerfeindlichkeit des Roland Koch weder das Problem, der nicht ausgebildeten Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund löst, noch in sonst irgend einer Weise das Gewaltproblem von Jugendlichen in unserer Gesellschaft.
Sind sie sich klar darüber, dass das Wegsperren von Jugendlichen Straftätern niemals ein Allheilmittel sein kann, jedenfalls kein alleiniges Heilmittel. Manchmal erfordert die Sühne, die Gerechtigkeit gegenüber den Opfern, tatsächlich dieses Mittel.
Was verspricht mehr Erfolg, das Bemühen um die Seele des jugendlichen Täters oder eine Kopf-ab-Mentalität des Roland Koch? Ja, auch die Sühne braucht ihr Recht, aber was bringt es für einen 17-jährigen 15 Jahre Knast zu verlangen. Was macht er danach?
Diese Problematik interessiert den Rosstäuscher Roland Koch überhaupt nicht. Er will die Wahlen am 27. Januar gewinnen, und dazu ist ihm jedes Mittel Recht für das Verarschen der Wähler. Er baut auf Vorurteile, dumpfe Abwehrinstinkte, Täuschen und Tricksen. So ein verwerflicher Mensch nennt sich einen Freund des Dalai Lama. Ich fürchte ich muss den Dalai Lama über Herrn Koch aufklären, über seine primitive Ausländerfeindlichkeit, über seine Falschheit und Unmoralität. Haben sie vergessen welche erbärmliche Rolle er in der Spendenaffäre der hessischen CDU gespielt hat?
Herr Koch widert mich an. Sie nicht?
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