am 16. November 2007
Es ist uns ein 'Meh'dorn im Auge!
Weg damit!
Lukas, bleibe stark!
 
 

Nur die Gewerkschaften (und meistens auch die SPD, vergesst die Linke - sind nur Schaumschläger, wie Lafontaine) sichern seit über 100 Jahren die Teilhabe der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Zuwachs und ein menschenwürdiges Leben. Oh, all ihr Kleinmütigen und egoistischen Scheißerle, was beklagt ihr euch über einen ausgefallenen Zug? Wisst ihr nicht einzuschätzen, was es auch für euch bedeuten würde, wenn Lukas, der Lokomotivführer, diesen Kampf gegen Mehdorns Konzern, gegen Macht-Arroganz und gegen euer Nichtwissen, und der daraus sprießenden Gleichgültigkeit verliert?

Es ist nicht sehr lange her, da wurde in den neuen Bundesländern ein Arbeitskampf verloren. Noch einen verlorenen Arbeitskampf kann sich die Gewerkschaftsbewegung nicht leisten. Das sollte auch Transnet wissen.

Glaubt ihr wirklich, Wohlverhalten gegenüber den Kapitaleignern sichert euch euer Einkommen? Es gibt zahlreiche Firmen, die sind vorbildlich, ganz ohne Frage. Aber die Mehrzahl versucht euch mit Geschwätz und Hinterfotzigkeit einzulullen, um allein den Ertrag der gemeinsamen Arbeit einzustreichen.

Ein Streik, der dem Arbeitgeber nicht weh tut, ist seinen Namen nicht wert. Und wenn es dem Arbeitgeber weh tut, dann haben auch diejenigen Schmerzen, die von dieser Arbeit abhängig sind, also die Kunden. Die Hinweise auf die volkswirtschaftlichen Schäden sind sicherlich richtig, aber darauf Rücksicht zu nehmen, hieße auf das Streikrecht zu verzichten. Wir könnten es dann eigentlich gleich aus dem Grundgesetz streichen, wegen Schädlichkeit für die Unternehmen.

Nur Streiks, die weh tun, erzwingen Kompromisse!

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer GDL verdient unser aller Solidarität. Sie kämpfen für uns alle!

Sie verstehen nicht warum? Sie meinen, dies seien Sonderinteressen? Ja, die Lokomotivführer in der GDL kämpfen für ihre Interessen, für einen eigenen Tarifvertrag, d.h. für ihre Anerkennung, und höheren Lohn. Werden wir dies demnächst nicht auch wieder versuchen?

Wenn sie als Arbeitnehmer in keiner Gewerkschaft sind, gibt es drei Möglichkeiten:

 

Erstens sie sind in einer sehr repressiven Unternehmung beschäftigt, die sie bedroht, z.B. in dem schönen oberfränkischen Ort Rehau, zweitens sie sind ein nützlicher Idiot, der alles glaubt, was egoistische Kapitaleigner verkünden, oder drittens sie sind in einer Firma, die so fair ist, dass sie glauben, keine Gewerkschaft zu brauchen. Aber auch hier brauchen sie eine Gewerkschaft.

Stellen sie sich einmal unser Land ohne Gewerkschaften vor. Haben sie so viel Fantasie? Im Augenblick versagt die CDU/CSU nur den Postboten den Mindestlohn. Demnächst sind sie dran. Nur eine starke Gewerkschaft kann sie schützen.

Viele Arbeitnehmer in Deutschland sind träge geworden. Sie glauben, sie könnten sich den Gewerkschaftsbeitrag sparen. Was für ein fataler Irrtum. Aber auch die Gewerkschaften sind träge geworden. Beide haben sich vom Geschwätz über die Globalisierung einlullen lassen.

Warum soll die Globalisierung nur dem Unternehmer wirtschaftlichen Vorteil bringen? Richtig gemacht, bringt sie auch ihnen und der Dritten Welt Vorteile.

Zurück zu den Gewerkschaften und der GDL und ihrem Arbeitskampf.

Ich weiß genau, sie glauben, ich sei ein Klassenkämpfer. Nein, ich bin kein Klassenkämpfer, ich bin nur ein Pauker, auch für die Wirtschaftsfächer, der Gerechtigkeit für ein sehr hohes Gut hält. Für die wirtschaftliche Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft brauchen wir starke Gewerkschaften. Jeder Arbeitnehmer sollte für starke Gewerkschaften eintreten und ihnen beitreten.

Es ist in unser aller Interesse, dass Lukas gewinnt!

Wissen sie, wie es ausgeht? Der Bahnchef Mehdorn wird gehen müssen. Warum? Weil er dem Eigentümer, dem Bund, in Wahlkampfzeiten ein Dorn im Auge ist.

Aber nur, wenn sie und Transnet Solidarität zeigen. Zeigen wir Solidarität und schicken damit Mehdorn in die Wüste! Weg mit ihm! Weg damit!

       
   
 
 
 
 
© Wolfgang Appell 2007