Was war das doch für ein spannendes Wochende in Bayern! Bricht die CSU die Bayerische Verfassung oder nicht? Wählt sie den bayerischen Verwaltungsquäler Huber zu ihrem Geschaftl oder nicht? Hat Seehofers Sprunghaftigkeit geschadet oder nicht? Hat die rothaarige Landrätin Pauli trotz ihrer Widerspenstigkeit eine Chance oder nicht? Was ist mit Stoibers Protegé Söder?
Das hätte ich der CSU nicht zugetraut, oder doch? Nein, auch wenn Politiker zunehmend den Mut fassen sich über unsere allzu unzulänglichen und einschränkenden Verfassungen hinwegzusetzen, dies war nicht zu erwarten. Lesen sie doch selbst einmal die Bayerische Verfassung:
Artikel 44 Ministerpräsident
4) Bei Rücktritt oder Tod des Ministerpräsidenten während seiner Amtsdauer wird in der nächsten Sitzung des Landtags ein neuer Ministerpräsident für den Rest der laufenden Amtsdauer gewählt.
Da muss man doch den Parteitag der CSU loben, dass er eine so wichtige Entscheidung nicht einfach dem verfassungsmäßig vorgesehenen Landtag überlässt. Die meisten Abgeordneten (das "Innen" ist CSU-mäßig nicht vonnöten) sind demokratie-entwöhnt. Von den Grünen lernen, heißt weiter siegen lernen. Es ist vollkommen richtig, dass die CSU-Abgeordneten ihr Mandat als ein imperatives Mandat interpretieren.
Der CSU-Parteitag hat mit dem jugendlich wirkenden Franken Beckstein eine treffliche Wahl getroffen, oder nicht? (Bascht schoo!) Die CSU ist Bayern, und Bayern ist die CSU, sagte Stoiber, und er hat recht, auch wenn von Franken nicht die Rede war. Die Abgeordneten müssen dem Parteitag gehorchen, und der Parteitag dem Vorsitzenden, ganz gleich was die Verfassung sagt. Recht so! Oderrrr?
Kennen sie Huber? Oderrrr! Glauben sie nicht alles, was über ihn erzählt wird. Er war, ist und bleibt Stoibers Wadlbeißer. Stellen sie ihn sich als niederbayerischen Rauhhaarterrier vor. Diese Vorstellung beantwortet auch die Frage, ob er unter, neben oder über Beckstein Parteivorsitzender ist. |
|
Kennen sie Seehofer? Doch, den kennen sie doch! Sie lesen doch die Bildzeitung? Er ist ein Springer. Manchmal springt er ab, manchmal auf, wie halt Politiker so sind. Bei der Bewerbung um den CSU-Parteivorsitz hat ihm seine Sprunghaftigkeit leider sehr geschadet. Doch als Vize brachte er es rüber, was für ein 'Hund' er ist. Noch ist sein Lebensstil in der CSU nicht voll akzeptiert, aber es wird noch. Oderrr?
Aber die schöne Landrätin Pauli kennen sie doch? Mancher CSUler sagt ja "rote Teufelin" zu ihr, weil sie es gewagt hat gegen Huber und Seehofer anzutreten. Sagt man! Glauben sie das wirklich? Manche CSUler haben ihr sogar empfohlen einen Psychater aufzusuchen. Nein, das ist kein Mobbing unter Parteifreunden, sondern nur eine sachliche Auseinandersetzung mit den familienpolitischen Vorstellungen von Frau Pauli. Wie sollten denn sonst all die politisch genügsamen Muttis in der CSU reagieren?
Was bleibt von diesem Wochenende? Einerseits ist da ein Schimmer von ärgerlicher Veränderung. Immerhin haben 24 Delegierte für Frau Pauli gestimmt. Sie müssen ermittelt werden und sie werden ermittelt werden und aus der CSU ausgeschlossen werden.
Andererseits ist Stoibers Wunschkandidat Söder für seine Nachfolge nicht beschädigt worden. Sie meinen, kein Kunststück? Er habe sich doch schon selber genug beschädigt. Halten sie doch ihr loses Maul! Vertrauen sie doch auf Stoibers Urteil. Söder ist Bayerns Zukunft.
Beckstein und Huber seien nur das Gebüsch für Söder? Was haben sie nur für abstruse Vorstellungen!
Huber wird in zwei Jahren nach Berlin gehen, sagt er. Er wird dort verloren gehen? Das sagen sie in verleumderischer Weise. Ich sage, na und! Auch Stoiber ging dort verloren.
Was ein CSU-Vorsitzender in Berlin will? Fragen sie ihn doch selber!
|
|